zitate von kurt felix
   
 
Eine Fernsehkritik gehört zu einer Sendung, wie der Blinddarm zum Menschen. Beide nützen nicht viel.
TV-Kultursendungen können sich nur die Zuschauer ansehen, die am anderen Morgen ausschlafen können.
Am Samstagabend in Schönheit zu sterben ist ein teuerer Unsinn.
Nichts ist auf dem Bildschirm interessanter als die Landschaft eines menschlichen Gesichts.
Ein Fernsehmacher, der erfolgreich sein will, sollte keine Arbeitszeiten aufschreiben. Sonst hat er den falschen Job gewählt.
Verkappte Menschenfeinde können niemals beliebte Showmaster werden.
Die Schwelle zum Promi ist dann überschritten, wenn man von Klatsch-Journalisten, Karikaturisten und Parodisten entdeckt wird.
Die Menschen haben die Medien verändert. Nicht umgekehrt.
Es ist mir rätselhaft, weshalb Feuilletonisten vor allem Sendungen niederschreiben, die dem Publikum Freude machen.
Ich kenne einige Bildschirm-Menschen, die in der Maske länger brauchen als für die Sendung.
Kreative Einfälle habe ich mir nie in Sitzungsrunden geholt, sondern im Sauerstoff einsamer Waldspaziergänge.
Wer im hundertfachen Fernsehangebot alles dumm findet, ist selber dumm, wenn er keine Sendung findet, die er für gescheit hält.
Schlechte Kritiken habe ich immer schnell verdaut. Schlechte Einschaltquoten aber nie.
Einschaltquoten sind keine Einschaltzoten. Hinter ihnen steht der Zuspruch von Menschen, die sich für die entsprechende Sendung interessiert haben.
Die Zeiten, in denen hochmögende Kulturredakteure Sendungen produzieren durften, die nur sie verstanden, sind gottlob vorbei.
Von Gottfried Keller stammt der Satz: «Kleider machen Leute». Seit ich beim Fernsehen bin, könnte auch ich ein Buch schreiben: «Neider machen Leute.»
Die ideale Lebensformel: 25 Jahre lernen – 25 Jahre arbeiten – 25 Jahre geniessen.
Unterhaltung und Langeweile schliessen sich gegenseitig aus.
Wenn eine Sendung nicht flüssig ist, ist sie überflüssig.
Ich mag keine heisse Luft einatmen, die in den Fernsehkantinen produziert wird.
Das Fernsehen ist bei der jungen Generation nicht mehr der Retter des Abends.
Es ist nicht der Job des Fernsehmachers, dem Publikum seine eigene Geschmacksvorstellung oder Gesinnung aufzuzwingen.
Ich wurde zu einem bekannten Fernsehmenschen fast über Nacht. Weil ich tagsüber hart gearbeitet habe.
Die Unterhaltung ist das schwierigste TV-Fach. Weil alle davon etwas verstehen. Wie vom Fussball.
Die Macher von Unterhaltungssendungen kommen sich in öffentlich-rechtlichen TV-Anstalten oft vor wie Verurteilte in einem Straflager.
Manch ein Märchenerzähler kann von Politikern in Fernsehdiskussionsrunden viel lernen.
Neugewählten Politikern räumt man 100 Tage Schonzeit ein. TV-Showmastern nicht mal 90 Minuten.
Nur wer Zuschauer-Fernsehen macht, arbeitet im richtigen Medium.
Glück kann man im Beruf nur einmal, höchstens zweimal haben. Beim dritten Mal muss schon Können dabei sein.
Es gibt Zuschauer, denen ein Fernsehprogramm erst so richtig Spass macht, wenn sie sich darüber künstlich aufregen können.
Manch ein Fernsehkritiker bekommt Pickel vor Ekel, wenn er ein Fernsehstudio betritt.
Eine Fernsehsendung ist dann spannend, wenn die Zuschauer vergessen, ein Bier aus dem Kühlschrank zu holen.
Ich hatte in jungen Jahren vor Kuli so viel Respekt, dass ich mich nicht mal traute, vor dem Fernsehapparat zu husten.
Es kann in den Fernsehhäusern täglich der 3. Weltkrieg ausbrechen, wenn auf dem Sende-Nachspann Namen fehlen oder falsch geschrieben werden.
In gewissen Sendungen dominiert die Fäkalsprache, so dass man meinen könnte, sie wären nicht in einer Sende- sondern in einer Bedürfnisanstalt produziert worden.
Die ewige Kanalvermehrung verheisst noch lange nicht neue Sendeideen, sondern mehr gleiche Programme für weniger Zuschauer.
Im Fernsehen wird der spontane Gag lange Zeit im voraus geplant. Aber nicht geprobt. Damit‘s niemand merkt.
Fernsehchefs müssen auf vieles Rücksicht nehmen. Auf das Personal. Auf die Parteien. Auf die Gewerkschaft. Auf die Beiräte. Auf die Finanzen. Auf den Programmauftrag. Und ganz am Schluss noch auf die Zuschauer.
Talkshows wird es immer geben. Zwar ist schon alles gesagt – aber noch nicht von allen.
Der beste Moderator für die frechen Verladen in «Verstehen Sie Spass?» wäre der Papst. Er könnte am glaubwürdigsten um Verzeihung bitten.
Ich sorge mich um das Programmangebot am Nachmittag. Das sieht oft eher nach Killer- statt nach Kinderstunde aus.
Wenn oberlehrerhafte Programmbeiräte über Unterhaltungssendungen reden, hört sich das so an, als ob Vegetarier über eine Schlachtplatte mit Wurst und Speck zu urteilen hätten.
Ich habe meine Karriere im Jugend-TV als Quizmaster begonnen. Ich war schon damals ein f r a g - würdiger Mensch.
«Die Samstagabendunterhaltung ist tot», stand 1954 in der «Neuen Zürcher Zeitung», also nur ein Jahr nach dem Start des Schweizer Fernsehens. Diese falsche Behauptung wird nicht wahrer, wenn sie heute noch und noch wiederholt wird.
Wenn ich alleine bin, schaue ich mir oft Kochshows an. All diese Zutaten und Raffinessen! Nach der Sendung rufe ich dann den Pizza-Kurier an.
Es fällt mir auf, dass sich Experten meistens vor Bücherregalen filmen lassen, um eliärer zu wirken.
Die Ehe ist für das Lebensglück wichtiger als der Arbeitsplatz!
Hohe Verliebtheit dauert ein Jahr. Danach entsteht entweder Verbundenheit oder sie geht schleichend in die Brüche.
«Gegensätze ziehen sich an» ist zwar spannend. Doch «Gleich und Gleich gesellt sich gern» ist der sicherere Wert.
Eine erfolgreiche Ehe besteht darin, ein «Wir-Gefühl» zu entwickeln, ohne die eigene Identität zu verlieren.
Lieber zwei mal heiraten als nie. Ich habe es vorgemacht.
Niemand hat den Krebs wirklich besiegt, wie man von der einen oder dem anderen liest. Sonst hätte sich kein Mensch mehr vor dieser schrecklichen Krankheit zu fürchten.
 
Letzte Aktualisierung
8. März 2006